Mehr Morde im Tierreich

Markus Bennemann wollte ursprünglich einen Krimi schreiben. Der Plot stand schon, ein Biologe sollte mehrere Morde begehen und sich dabei Anregungen aus dem Tierreich holen. Bei den Recherchen zu diesem Buch stellte Markus Bennemann, der selbst Biologie studiert hat fest, das eine Vielzahl von Tieren nach ganz ausgeklügelten Mustern vorgeht. So begrub Bennemann die Idee mit dem Krimi und schrieb ein Sachbuch, so spannend wie ein Krimi.

Markus Bennemann wollte eigentlich einen Krimi scheiben

Das Buch Im Fadenkreuz des Schützenfischs. Die raffiniertesten Morde im Tierreich schildert auf welch faszinierende Weise Tiere töten. Das ist spannend und grausam zugleich. Der Autor schildert dies alles so ruhig und unaufgeregt, als ginge es darum eine Dose Hundefutter zu öffnen. In jedem Abschnitt stellt er erst Jäger und Gejagten vor, um dann die Strategie des Jägers vorzustellen und zu erklären, warum das Opfer auf die List hereinfallen muß.

Natürlich gibt es im Tierreich keinen Mord im menschlichen Sinne, da die Beweggründe nicht niedrig sind. Es geht praktisch ausschließlich um Hunger oder Fortpflanzung, also um Arterhaltung. Da aber manche Tiere so planvoll an die Sache herangehen, wirkt es für uns Menschen durchaus mörderisch.

Markus Bennemann zeigt erfolgreiche Jagdmethoden der Tiere

Wenn beispielsweise ein Rudel Schimpansen eine Treibjagd auf kleinere Affen veranstalten, um diese danach genussvoll zu verspeisen oder ein Wal eine Robbe in die Luft wirbelt, damit diese dann krachend auf der Wasseroberfläche aufschlägt, sei es damit das Fleisch weicher wird oder der Walnachwuchs das Jagen lernen soll, erscheint es uns grausam und unnötig und am Liebsten würden wir dem vermeintlich Schwächeren sofort zur Hilfe eilen.

Wenn die Sepia die Krabbe hypnotisiert, um sie zu fressen, sind wir fasziniert, tanzt das Hermelin seinen verrückten Tanz vor  dem Kaninchen um es dann blitzschnell zu töten, wenden wir voller Grauen den Blick ab. Bennemann selektiert die Beispiele nicht danach, ob uns Jäger oder Gejagter sympathisch ist, sondern nur danach, wie raffiniert der Plan ist. Ganz wie bei einem Kriminalroman.


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